Viel und häufig wird über die notwendige Größe des Aquariums diskutiert und fabuliert.
Allgemein verbindliche, Absolut-Vorgaben gibt es nicht und sind meines Erachtens auch nicht unbedingt hilfreich.
Beckengröße
Grundsätzlich gilt als Mindestgröße die Vorgabe des BUNDESMINISTERIUMS FÜR ERNÄHRUNG, LANDWIRTSCHAFT UND FORSTEN (1997). In diesem Fall muss ein Becken für 2 Tiere also 3CL x 1,5CL des größten Tieres groß sein. – Ein wahres Trauerspiel!
Matamata hat eine Gesamtlänge welche etwa doppelt so groß ist wie die Carapaxlänge! Ich empfehle daher die Gesamtlänge des größten Tieres als Rechengrundlage zu verwenden. Eine einfache Faustformel für eine akzeptable Beckengröße wäre demnach:
3GL x 1,5GL x 2 (oder eben 6CL x 3CL), als Mindestmaß für Jungtiere bis 10 cm halte ich ein Aquarium von 60 x30x cm für angebracht.
Für jedes weitere Tier sollten ca. 25-30% zusätzliche Fläche vorhanden sein.

ein Aquarium für 2 Tiere gem. Haltunsgrichtlinie (die Aussenränder der Wanne entsprechen etwa den Mindestabmessungen)
Wer größer will und kann sei ausdrücklich ermutigt, sollte aber die Betriebskosten im Blick behalten.
Wassertemperatur
Immer wieder wird berichtet, dass Matamata auch bei 17-19°C Wassertemperatur noch fressen würde. – Das tut sie in der Tat. Wie lange sie es tut hat noch keiner berichtet. Ich halte solche Angaben für sehr gefährlich, verleitet es den Einen oder Anderen doch dazu die Tiere dauerhaft oder zumindest für längere Zeit (Wintermonate) bei diesen Temperaturen zu pflegen (STALLJANSEN, NIJS 2012). Auch 20-25°C sehe ich als kritisch, da auch hier schnell jemand die Auffassung verteten kann, dass dauerhaft 20°C noch ausreichend wären
Die natürlichen Habitate liegen im tropischen Amazonas-Tiefland. Wassertemperaturen unter 24°C kommen vor, sind jedoch erst in tieferen, beschatteten und nahezu stehenden Gewässern zu finden – in der Regel herrschen Wassertemperaturen zwischen 25 und 30°C. Bereits bei einer Temperatur von 24°C sind die Aktivität und die Nahrungsaufnahme deutlich geringer als bei 26°C.
Als ideale Wassertemperatur betrachte ich 26-29°C. Gegenüber 24°C sind die Tiere deutlich aktiver, die wöchentliche Fütterung wird von den Tieren bereits 2 Tage vorher erwartet.
Wassertiefe/Bodengrund
Auch hier wird viel spekuliert und diskutiert.
Freilandbeobachtungen zeigten, dass die Tiere tatsächlich sehr häufig tagsüber im Sand eingegraben sind. Die Wassertiefe betrug dabei häufig auch bei kleinen Tieren von nur 10cm CL um 30-40cm.
Ich halte alle meine Tiere bei einer Wassertiefe von mindestens 1x CL, die Gruppe Adulti bei 62-66 cm was ungefähr 2 x Carapaxbreite entspricht. Während des Werbens und während der Kopulation nutzen die Tiere einen freien Wasserraum von etwa 40-45 cm..
Die Tiere zeigen keinerlei Anzeichen von Stress um zur Atmung an die Oberfläche zu kommen. Sie stützen sich auf den Baumwuzeln auf, manchmal stehen sie sogar frei im Wasser. In der Ruhephase schlafen die Tiere natürlich. –Die Atemfrequenz ist deutlich reduziert. Ich habe des Öfteren beobachten können, dass die Tiere mehrere Stunden ( bis zu 8h!) am Boden lagen und schliefen. Ein Männchen nutzt, zumindest zeitweise, nachts den „Flachwasserteil“ zum Schlafen.
Und wer’s immer noch nicht glauben will: die Tiere haben Schwimmhäute und sind in der Lage hervorragend zu schwimmen, auch wenn sie das meistens nicht machen.
Ich verzichte aus praktischen Gründen generell auf Bodengrund: meine Beckenabläufe (1¼-2“) sind an die Kanalisation angeschlossen. Kugelhähne dienen zur Absperrung. Nichts ist für Kugelhähne tödlicher als Sand. Ich habe stattdessen einige Baumwurzeln oder Obstbaumstämme im Wasser sowie einige Kindskopf große Kieselsteine. Um den Tieren dennoch Deckung von oben zu bieten sind einige dunkle Bereiche vorhanden. Unter dem Landteil befindet sich eine Halbhöhle welche von den Tieren während der Ruhephasen sehr gerne genutzt werden. Ein eingehängter Pflanzkübel mit einem Durchmesser von 1m gibt ebenfalls Deckung welche bei der Annäherung zum Futterplatz angenommen wird. Zudem sind in diesem Pflanzkübel immer Pflanzen welche in der Regel mindestens die halbe Becken-Oberfläche beschatten.
Aquarienabdeckung
Eine Abdeckung des Aquariums um Luft- und Wassertemperatur gleich zu halten wird häufig propagiert. In Ausnahmefällen wird sogar über die Luftfeuchtigkeit sinniert. – Wozu soll die Luftfeuchtigkeit einer Wasserschildkröte, welche das Wasser nur zur Eiablage verlässt, dienen?
Eine Abdeckung meiner Becken ist aus technischen Gründen nicht machbar, eine Aufheizung des Glashauses auf 26 oder 28°C scheidet aus finanziellen Gründen aus. Ich halte im Winter eine Mindest-Temperatur im Glashaus von 21°C ohne daraus resultierendes Unwohlbefinden meiner Tiere zu bemerken.
