was frisst eine Matamata ?

Ernährung von Chelus fimbriata

Im Prinzip könnte man ganz lapidar feststellen:  Matamata frisst FISCH!  – Vorzugsweise lebend.

Lebendfisch steht mir leider nur sehr eingeschränkt zur Verfügung im Gegensatz zu Frostfisch. Aufgetaute Fische werden mit der Futterzange angeboten. Sie bieten den Vorteil, dass bei Bedarf gezielt Medikamente oder Vitaminzusätze gegeben werden können.

Grundsätzlich füttere ich jede Art von Süßwasser-Fisch solange sie größenmäßig zu meinen Tieren passt. Die einzige Ausnahme sind Katzenwelse (Ictaluride), welche ich wegen der starken und arretierbaren Flossenstrahlen komplett meide, sowie Flussbarsche Perca fluviatilis die ich nicht lebend verfüttere.  Ansonsten wird der Fisch im Ganzen verfüttert!

Fisch ist bei mir das Alleinfutter. Tatsächlich würden die Tiere aber auch anderes nehmen.

Ich hatte mehrere Jahre Kaulquappen von Grünfröschen als Beifang von Karpfenbrut.  –Diese, so schien es mir, wurden bevorzugt aus dem Schwarm heraus gefangen.   – Aus Naturschutzgründen kommt dieses Futter jedoch nicht in Betracht!

Zumindest einen Halter kenne ich dessen Matamatas  Gelatinefutter nahmen. Inzwischen nimmt auch bei mir ein Nachzuchttier „Schildkrötenpudding“.

Zudem kann ich mir sehr gut vorstellen, dass in freier Natur auch Kleinsäuger und Küken von Wasservögeln sowie Amphibien nicht verschmäht werden. Letztendlich bedarf es dazu aber vermutlich einer gewissen Gewöhnung. Zumindest wurden bei mir sowohl Mäuse als auch Eintagsküken strikt verweigert.

Toter, an der Wasseroberfläche treibender Fisch wird hingegen problemlos genommen.

Generell scheint wichtig zu sein, dass der Fisch möglichst frisch ist. Während eine europ. Sumpfschildkröte auch Aas ohne Beeinträchtigung aufnehmen kann, vertragen Matamata scheinbar keinen aufgetauten Fisch der „über Nacht“ liegen geblieben ist. Er wird entweder gänzlich verweigert oder innerhalb weniger Stunden wieder ausgewürgt.

Futter und Futtermenge halbwüchsiger bis adulter Tiere:

Im Normalfall erfolgt die Fütterung 1-mal wöchentlich. Die durchschnittliche Futtermenge für ein knapp 10kg schweres Weibchen liegt bei ca. 200-250 g. Tatsächlich hängt die verabreichte Menge aber auch viel vom Verhalten der Tiere und von meinem Augenmaß ab.

Alle 2 Wochen erhält jede Schildkröte einen mit einem Vitaminkomplex  gespritzten Fisch und alle 4 Wochen einen Fisch der mit einer Bierhefetablette (Vitamin B) präpariert ist. Wenn Lebendfisch zur Verfügung steht verzichte ich auf Vitamingaben.

Die Größe verabreichter Fische hängt maßgeblich von der Fischart (Form) ab. Forellen oder Schleien deren Länge annähernd der Carapaxlänge der Schildkröte entspricht, stellen kein Problem dar. Hochrückige Fische müssen natürlich kleiner sein.

Fütterung von Jungtieren:

Jungtiere sitzen die ersten Wochen gemeinsam mit dichtem Guppy-Besatz (ca. 50-150 Jungfische bis 2 cm bei 10-15 l Wasser), so dass sie fressen können so viel sie wollen. Zudem werden den Tieren ab der zweiten Woche tiefgefrorene Blaubandbärblinge oder Stinte geboten oder wenn diese nicht zur Verfügung stehen, dünne Streifen von tiefgefrorenem Fisch (Rotfeder, Rotauge etc).

Die Fütterung der Jungtiere erfolgt bis zu einer Größe von ca. 10 cm täglich. Dann nur mehr 3-4 mal die Woche

Natur-u. Artenschutz:

Bei der Auswahl der Futterfische sind auf jeden Fall artenschutzrechtliche Einschränkungen zu prüfen. Insbesondere die oben erwähnten Froschlarven fallen daher als Futter aus, ebenso das Moderlieschen, welches aufgrund seiner Größe hervorragend als Futter für Jungtiere geeignet wäre.

Und noch eine Randbemerkung:  Matamata beißt im Normalfall nicht, auch wenn sie beim Handling wild faucht und mit dem Hals um sich schlägt. Ich füttere mit Futterzange weil vor einigen Jahren ein 40 cm großes Weibchen den Futterfisch und meinen Daumen nicht auseinander halten konnte. Der Schmerz ist dem vergleichbar der entsteht wenn der Finger in die sich schließende Autotür gerät. Es tut weh!

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