So häufig wie Matamata im Handel angeboten wird und so häufig wie sie in unseren Aquarien gepflegt wird, so selten ist ihre Nachzucht gelungen. Zumindest gibt es kaum seriöse Nachzuchtberichte und schon gar keine Nachzuchttiere gelangen in den Handel. Der erste wirklich fundierte Nachzuchtbericht erfolgte durch SCHAEFER (1986).
Immer wieder mal bieten Zoofachhändler „Nachzuchttiere“ an.
Nachfragen woher die Tiere wirklich seien gingen aber bisher immer ins Nirwana. „Nachzuchten aus peruanischen oder kolumbianischen Zuchtfarmen“, hieß es lapidar, mehr war nicht an Info zu bekommen. Bisher ist mir keine Nachzuchtfarm bekannt welche in der Lage wäre einzig und allein den europäischen Markt zu bedienen. Ich wage zu behaupten, es gibt diese Zuchtfarmen nicht!Und dennoch kann die Nachzucht funktionieren, es gilt nur ein paar Grundbedürfnisse der Tiere zu erfüllen:
Eine möglichst artgerechte und stressfreie Haltung ist Basis einer erfolgreichen Nachzucht. Sagt sich sehr leicht, ist aber nicht immer leicht umzusetzen.
- Allgemeine Haltungskriterien wie:
- ausreichende Beckendimensionierung
- Ernährung der Zuchttiere
- Licht- und Wasserqualität
- Gruppenzusammensetzung
- Ruhe
- Und vor allem Geduld!
Schildkröten sind nichts für eilige Überflieger, und schon gar nicht Matamata!
Ich habe die Tiere 3 Jahre in Folge mit mäßigem Erfolg nachgezogen. Im vierten Jahr habe ich die Inkubationsmethode geändert. Die Folge war, dass von mehr als 40 befruchten Eiern ALLE binnen weniger Tage abstarben. Danach gab es keine befruchteten Gelege mehr und zwei Jahre später auch keine Eier mehr. Was war geschehen?
Ziemlich simpel im Nachhinein:
Das Becken war groß, meine Träume ebenfalls. Also setzte ich eine Gruppe von 1,3 Podocnemis unifilis (Terekay-Schienenschildkröten mit 40 cm Carapaxlänge) mit ins Becken. Diese brachten so viel Unruhe ins Becken, dass in Folge die Eiablagen bei Matamata ausblieben.
Eine zumindest zeitweilige Entfernung der Schienenschildkröten über rund 6 Monate brachte wieder Eiablagen, leider aber keine befruchteten Eier. Normalität kehrte erst 2 Jahre nach dem völligen Entfernen der Schienenschildkröten zurück. 2015 wurden wieder befruchtete Eier gelegt. Im März 2016 schlüpften 2 Jungtiere von denen leider eines im Laufe des Sommers verstarb. Weitere 6 Eier starben durch einen Inkubationsfehler im Ei ab.