Im Frühjahr diesen Jahres fand ich eine Anzeige im Internet, in der eine adulte MataMata zum Verkauf angeboten wurde. Da zufällig einige Tage später ein Familienurlaub in der Nähe des Anbieters geplant war, habe ich ein persönliches Treffen vor Ort vereinbart um das Tier zu begutachten.
Es handelte sich tatsächlich um den Orinoco-Typ und der Größe des Tieres mit ca. 40cm nach zu urteilen, augenscheinlich auch um ein Weibchen. Der ideale Partner für das von mir bereits gepflegte Männchen. Es war ein sehr gut gepflegtes Tier und wir sind uns schnell einig geworden, so dass das Tier nach unserem Urlaub mit uns die Heimreise antrat.
Nachdem ich aus beruflichen Gründen derzeit nicht so schnell mit der Fertigstellung des im ersten Teil beschriebenen Aquariums vorankomme, musste ich schnell ein Provisorium errichten. Denn das 700-Ltr.-Becken in dem das Männchen lebte, war definitiv zu klein für zwei Tiere, zumal ich vorab nicht abschätzen konnte, ob sie sich auch vertragen würden.
Als Provisorium musste dann ein aufblasbarer Swimmingpool mit den Innenmaßen 3mx2m, also 6m² und 60cm Wasserstand herhalten. Diesen bestückte ich mit Sandboden, einigen Steinen, Ästen und einem Landteil, den ich aus einer Mörtelwanne herstellte.
Dann habe ich einen Außenfilter und einen Heizstab aus der Aquaristik angeschlossen.
In dieses Provisorium setzte ich nun beide Tiere und beobachtete sie sehr intensiv. Ich konnte erfreulicherweise keinerlei Aggressivität feststellen. Man glaubte zeitweise sogar, sie würden sich nicht beachten.
Zu meiner Überraschung nahmen beide Tiere bereits wenige Tage nach dem Einsetzen sehr energisch Futter an. Dies, obwohl sie als sehr sensibel bei Störungen und Veränderungen in Ihrem Lebensraum (hier: Aquarium) gelten.
Nach einiger Zeit konnte ich sogar Paarungsverhalten des Männchens beobachten. Es kam von allen Seiten auf das Weibchen zu und stellte sich schräg geneigt zu ihr. Auch konnte ich mehrfach Versuche beobachten, wie das Männchen von hinten auf das Weibchen klettern wollte. Eine Paarung bekam ich jedoch nicht zu Gesicht.
Umso überraschter war ich vor ein paar Tagen als ich zu meinen täglichen Pflegemaßnahmen in meinen Terrarienraum kam und im Becken der Matas 3 Eier in der Größe und Form eines Tischtennisballes vorfand. Diese wurden allerdings ins freie Wasser abgelegt. Ich habe sie geborgen und in einen Inkubator überführt. Mal sehen ob noch mehr kommen.
Ich bin noch nicht sehr optimistisch, einen Nachzuchterfolg zu erreichen, da ich keine sicheren Merkmale erkennen kann, dass die Eier auch befruchtet sind. Aber warten wir es ab.
Es ist schon mal ein guter Anfang, mit dem ich so schnell nicht gerechnet habe.
Diese Zeilen haben jetzt nicht wirklich viel mit dem Bau meines Aquariums zu tun, sollen aber die Entwicklung meines Vorhabens, nämlich die Haltung und Nachzucht der MataMata, im Verlauf etwas beschreiben. Sobald es Neuigkeiten über den Bau meines Aquariums oder bei den Fransenschildkröten gibt, werde ich wieder ein paar Zeilen dazu schreiben.
Bis dahin und viele Grüße,
A. Hoyer
Hallo,
sehr schöne und ausführliche Seite, vielen Dank dafür.
Ein paar Fragen:
Hatten Sie bei dem Aufblaspool keine Sorgen wegen der Krallen?
Wurde die Aquarienbaudoku irgendwo weitergeführt?
Halten Sie ein Becken in der beschriebenen Größe wirklich für notwendig oder nur für sinnvoll? (Kennen sie das Becken im Frankfurter Zoo? Die Tiere dort sind augenscheinlich bester Verfassung, recht agil und legen befruchtete Eier.)
Aus Erfahrung (nicht in persönlicher Haltung) kann ich im übrigen hinzufügen das die Tiere auch Schildkrötenpudding und Eintagsküken annehmen, Fisch bestenfalls lebend jedoch deutlich bevorzugt wird.
Gruß Oli
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Hallo Oli,
das Planschbecken steht nach wie vor und ist dicht. Ich denke Alex schreibt weiter wenn er mit dem Bau voran schrietet.
Die Beckengröße wird natürlich von Halter zu Halter unterschiedlich gesehen. Ich erachte eine Mindest-Beckengröße von 2-2,5m² für ein adultes Paar als notwendig. Größer ist natürlich immer schöner und besser.
Eines meiner Jungtiere und ein weiteres subadultes Männchen fressen ebenfalls Pudding. Eintagsküken habe ich vor Jahren versucht wurden von den Tieren aber nicht angenommen.
l.G H.Meier
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